Muskelverletzungen - Education for Health-Akademie

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Muskelverletzungen

Informationen zu Muskelverletzungen
Muskelkater

 
Was ist das:
Der Muskelkater ist ein Muskelschmerz, der sich 1-3 Tagen nach ungewohnter Belastung entwickelt. Typischerweise zeigt sich eine Muskelsteifheit, verbunden mit erheblicher Muskelspannung, sowie mögliche Schmerzen in betroffenen Muskelarealen.

Früher galt die Meinung, dass der Muskelkater ein Zeichen für ein „ordentliches“ Training ist – heute ist man gegenteiliger Ansicht. Es ist eher ein Zuviel an Bewegung für den Muskel. Die These einer Übersäuerung des Muskels mit Milchsäure sowie einer Reizung durch „Schlackenstoffe“ lässt sich heute ebenfalls nicht mehr halten, da die Milchsäure in kurzer Zeit vom Körper abgebaut wird.

Beim Muskelkater handelt es sich wahrscheinlich um zahlreiche kleinste Muskelrisse auf zellulärer Ebene. Durch diese Verletzungen beginnt eine Entzündungsreaktion um die Muskelfasern zu „reparieren“. Hierbei führt eindringendes Wasser im verletzten Gewebeareal zum Anschwellen des Muskels. Dies bewirkt eine Steifigkeit sowie einen Dehnungsschmerz der Muskulatur.

Welche Symptome zeigen sich:
Muskelkater zeigt sich durch schmerzhafte, steife und gespannte Muskeln. Die Beschwerden erreichen ihr Maximum ein bis zwei Tage nach der körperlichen Anstrengung. Danach klingen die Beschwerden innerhalb von 3-5 Tagen ab.
 
Wie sieht die Therapie aus:
Eine Wärmebehandlung kann die Muskeldurchblutung steigern und so eine schnellere „Reparatur“ unterstützen (Vollbad, Dusche, Sauna). Auch sanfte Lymphdrainage kann Linderung bewirken. Außerdem unterstützen ein lockeres, wenig belastendes Training, Gymnastik, leichtes Jogging auf weichem Boden oder Radfahren die Regeneration. In schweren Fällen können für kurze Zeit entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente eingesetzt werden.

Salben oder Lotionen steigern nur die Hautdurchblutung, gelangen aber nicht in die Tiefe zum verletzten Muskel. Massagen oder Dehnungen führen zu zusätzlichen mechanischen Irritationen und können die Renegation behindern.
 
Bei der Vorbeugung steht ein der körperlichen Fitness angepasstes Training im Vordergrund. Aufwärmübungen wird eine gewisse Schutzwirkung zugeschrieben. Außerdem sollte nach jeder sportlichen Aktivität eine angemessene Erholungsphase eingehalten werden.
Muskelverhärtungen / Muskelkrämpfe
 
Was ist das:
Muskelverhärtungen bzw. Muskelkrämpfe gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen sportlicher Aktivitäten. Sie sind meist schmerzhaft und können die muskuläre Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Als häufige Ursachen gelten Übermüdung oder Überbelastung der Muskulatur.
 
Der Muskelkrampf ist eine ungewollte schmerzhafte Anspannung unterschiedlicher Stärke und Dauer eines Muskels, also ein extremer Spannungszustand der Muskulatur. Man nimmt an, dass die Eiweißfäden Aktin und Myosin (diese dienen zur Kontraktion eines Muskels) ineinander „verhakt“ bleiben und sich nicht lösen können.

Die Ursachen eines Muskelkrampfes sind meist Übermüdung oder Überanstrengung der Muskulatur (vor allem bei körperlicher Arbeit), muskuläre Dysbalancen oder ungünstige Ausrüstung wie z.B. falsches Schuhwerk. Auch vermehrter Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (starkes Schwitzen, Durchfall, Erbrechen) kann zu wiederholten, schmerzhaften Muskelkrämpfen führen. Als Ursache spielt dabei vor allem ein Magnesiummangel eine Rolle. Zudem können bestimmte Erkrankungen (Diabetes, Durchblutungs- oder Gefäßerkrankungen, neurologische Erkrankungen) und einige Medikamente sowie eine Schwangerschaft das Auftreten von Muskelkrämpfen begünstigen.

Welche Symptome zeigen sich:
Bei einem Muskelkrampf wird die Muskulatur steinhart und sehr schmerzhaft. Muskelkrämpfe, die im Zusammenhang mit Sport und Bewegung auftreten, betreffen besonders häufig die Wadenmuskulatur. Auch Muskelkrämpfe anderer Ursache treten gehäuft als Beinkrämpfe auf, typischerweise in Ruhe bzw. nachts. Ein Muskelkrampf dauert für gewöhnlich nur einige Sekunden oder wenige Minuten an.
 
Wie sieht die Therapie aus:
 
Um einen Muskelkrampf zu lösen, sollte die betroffene Muskulatur passiv und falls möglich aktiv gegen ihre Kontraktionsrichtung bewegt bzw. gedehnt werden. Auch eine Massage kann die Muskulatur entspannen.
 
Insbesondere bei Muskelkrämpfen im Sport ist es wichtig, ausreichend nicht zu kalte Flüssigkeit (isotonische Getränke, Wasser, Tee, Saftschorlen …) zu trinken. In hartnäckigen Fällen kann eine Ärztin/ein Arzt eine Infusion verabreichen und/oder für zwei bis drei Tage ein muskelentspannendes Medikament verordnen. Auch Wärmeanwendungen werden oft als angenehm empfunden.
 
Bei Magnesiummangel kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten angezeigt sein.
 
Je nach zugrunde liegender Ursache ist zudem eine entsprechende Behandlung der Grunderkrankung notwendig.
Muskelprellung (Kontusion)

Was ist das:
Eine Muskelprellung entsteht durch stumpfe Gewalteinwirkung auf einen Muskel, z.B. durch einen Tritt oder einen Schlag. In weiterer Folge bildet sich ein schmerzhafter Bluterguss, der von außen oft nicht sichtbar ist.

Muskelprellungen (Muskelkontusionen) treten vor allem bei Kontaktsportarten wie Fußball, Eishockey, Football etc. sowie nach Stürzen auf.
 
Zu einer Muskelprellung kommt es infolge einer direkten, stumpfen Gewalteinwirkung von außen (z.B. einen Tritt, Schlag oder Sturz). Dabei werden Blutgefäße gequetscht und beschädigt. Ein Bluterguss und eine Schwellung sind die Folge. Diese sind von außen jedoch kaum sichtbar, weil die Muskeln bzw. Muskelgruppen von relativ festen Bindegewebshüllen (Faszien) umgeben sind.
 
Die Faszien bilden eine räumliche Unterteilung in sogenannte Kompartments oder Muskellogen. Bei starker Einblutung und Muskelschwellung kann es zur Erhöhung des Gewebedrucks und zu einer Durchblutungsstörung innerhalb einer oder mehrerer Kompartments kommen. Dabei besteht die Gefahr eines sogenannten akuten Kompartmentsyndroms (eine massiven Schwellung der Muskulatur mit der Gefahr des Absterbens betroffener Muskelanteile). Ein Kompartmentsyndrom entwickelt sich häufig an Unterschenkel, Unterarm oder Oberschenkel und muss rasch (operativ) behandelt werden.
 
Wie stark die Beschwerden und die Verletzung bei einer Muskelprellung ausfallen, hängt unter anderem von der Krafteinwirkung ab.
 
Welche Symptome zeigen sich:
Zu den Beschwerden zählen insbesondere starke Schmerzen (v.a. bei Druck und Belastung), Gefühlsstörungen, meist erhebliche harte Schwellung der Muskulatur und Funktionsstörung mit Ausfall von betroffenen Nerven.
 
Wie sieht die Therapie aus:
Die Erstbehandlung erfolgt nach dem sogenannten PECH-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagern).
 
Prellungen heilen meist im Laufe von zehn Tagen bis zwei Wochen von alleine ab. Unterstützend können physikalische Behandlungen zur Anwendung kommen. Bei starken Schmerzen kann eine kurzfristige Anwendung von Schmerzmitteln (als Tablette) hilfreich sein.  
 
Bei einem akuten Kompartmentsyndrom ist zwingend eine Notfalloperation (mit Spaltung der betreffenden Faszien) erforderlich, um ein Absterben von Muskelgewebe und eine dadurch eventuell notwendige Amputation von Arm oder Bein zu verhindern.
 
Das Risiko einer Muskelprellung lässt sich durch das Tragen von Schutzausrüstung und geeigneter Sportausrüstung (z.B. gute Schuhe), gezieltes Aufwärmtraining sowie Vermeidung von Übermüdung und Überanstrengung senken.
Muskelzerrungen (Distension)

Was ist das:
Gemeinsam mit Prellungen stellen Muskelzerrungen die häufigsten Sportverletzungen dar. Sie werden durch eine übermäßige, unphysiologische Bewegung (z.B. Überdehnung) des Muskels verursacht und können sehr schmerzhaft sein. Bei besonders starker, plötzlicher Überdehnung können die Muskelfasern oder ganze Muskelstränge auch einreißen (siehe Muskelfaser- oder Muskelriss). In jedem Fall wird die Sportlerin/der Sportler durch diese Verletzungen zum Einlegen einer Sportpause gezwungen.

Muskelfaserriss bzw. Muskelriss

Was ist das:
Die Skelettmuskeln sind jeweils aus einer Vielzahl einzelner Muskelbündel aufgebaut, die sich wiederum aus einzelnen Muskelfasern zusammensetzen. Bei plötzlicher Belastungssteigerung bzw. Überdehnung eines Muskels kann es zu einem Einriss einzelner Muskelfasern oder sogar eines gesamten Muskelbündels kommen (Muskelruptur).
 
Muskelzerrungen und Muskelfaser- bzw. Muskelrisse können durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung entstehen. Typischer Verletzungshergang ist etwa schnelles Lossprinten oder abrupter Wechsel zwischen Beschleunigen und Abbremsen. Ermüdete oder nicht ausreichend erwärmte Muskulatur stellt einen Risikofaktor dar, ebenso wie gestörte Bewegungskoordination, ungenügender Trainingszustand, mangelhafte Fitness, ungewohnte Bodenverhältnisse oder das falsche Schuhwerk.

Auch ein Flüssigkeits- und Elektrolytmangel, unausgewogene oder „falsche“ Ernährung (z.B. Präparate zum raschen Muskelaufbau, sogenannte Anabolika) etc. können Muskelverletzungen begünstigen.
 
Welche Symptome zeigen sich:
Eine Muskelzerrung äußert sich durch ziehende Schmerzen im betroffenen Muskel, die langsam und kontinuierlich zunehmen. Der Muskel ist zudem verhärtet und druckschmerzhaft. Meist wird eine Schonhaltung eingenommen. Der betroffene Muskel ist in seiner Funktion jedoch nicht eingeschränkt.
 
Ein Muskelfaser- bzw. Muskelriss äußert sich durch plötzlich einsetzende stechende Schmerzen. Sie werden oft als nadel- oder messerstichartig beschrieben und können typischerweise genau lokalisiert werden. Der betroffene Muskel ist in seiner Funktion deutlich eingeschränkt.

Wie sieht die Therapie aus:
Die Erstbehandlung erfolgt nach dem PECH-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung).
 
Unbedingt unterbleiben müssen unmittelbar nach der Verletzung die Erwärmung der betroffenen Muskulatur und Massagen, weil sie eine weitere Einblutung provozieren können. Bei starken Schmerzen können von der Ärztin/dem Arzt orale, nicht steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Diclofenac verordnet werden. In schwereren Fällen kann eine Injektionsbehandlung sinnvoll sein. Bei Bedarf kann ein Bluterguss punktiert oder operativ entfernt werden.

Bei Muskelzerrungen und kleineren Muskelfasereinrissen ist eine komplette Ruhigstellung nur in den ersten Tagen nach der Verletzung notwendig. Danach kann schmerzabhängig mit leichten Bewegungsübungen begonnen werden. Eine dosierte physikalische Therapie, u.a. mit Lymphdrainage, Kältetherapie und Krankengymnastik, kann die erhöhte Muskelspannung reduzieren und den Regenerationsprozess fördern. Etwa sechs Wochen lang sollte der betroffene Muskel nicht voll belastet werden. Während der Therapie sind wiederholte ärztliche Kontrollen wichtig.
 
Große Muskelrisse mit deutlicher Funktionseinschränkung müssen gegebenenfalls operativ behandelt werden. Je nach Befund wird der betroffene Muskel rekonstruiert. Abhängig vom Ausmaß der Verletzung kann die Rehabilitation nach einem Muskelriss bis zu zwölf Wochen in Anspruch nehmen.
 
Vorbeugt werden kann u.a. durch sorgfältige Erwärmung der Muskulatur vor dem Sport (mindestens 15 Minuten Vorbereitungszeit), die geeignete Ausrüstung sowie einem langsamen Aufbau der Trainingsintensität.

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Oliver Tiska
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